1. Wahlparty der Ärztekammer Nordrhein fördert lernschwache Kinder!


Das Heilpädagogische Voltigieren erfordert eine Menge motorisches und feinmotorisches Geschick. Es fördert die Körperspannung, Koordination, Orientierung in Raum und Zeit sowie Ausdauer und das Wahrnehmungserleben.


Wenn ich bei Ben bin, dann werde ich ganz ruhig.

„Ich liebe Pferde“ sagt die kleine Anna. Einmal pro Woche gehen 12 Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Flurstraße (Düsseldorf) zu Ben, dem Therapiepferd. Dieser steht in dem Reitstall von Heinz Witting in Ratingen. Dort wird er zu Beginn der Stunde von den Kindern begrüßt, geputzt und gesattelt. Dann geht es in die Halle, in welcher sich die Kinder mit Hilfe eines Spieles aufwärmen.

Und schon geht es ans Voltigieren. Hierbei geht das Pferd im Kreisbogen um den Reittherapeuten. Die Kinder machen nun gymnastische Übungen im Schritt, Trab oder Galopp auf dem Rücken des Pferdes.

Das Heilpädagogische Voltigieren spricht den Menschen ganzheitlich an. So steigert es auf motorischer Ebene die Körperspannung, Koordination, Orientierung in Raum und Zeit und verhilft somit zu einem besseren Körpergefühl. Auf seelischer Ebene erfahren die Kinder durch den Kontakt mit und auf dem Pferd innere Ruhe. Vor allem in einer Zeit, in welcher viele Eindrücke durch die Medien überlagert werden, sind solche Erfahrungen auf wundersame Weise sehr bereichernd. Zudem wird der Umgang mit Angst und Aggressionen geschult und das Selbstwertgefühl gesteigert.

Aber auch die soziale, emotionale und geistige Ebene wird angesprochen. Die Kinder lernen sich, überwiegend ohne die Hilfe eines Erwachsenen, abzusprechen. Sie bestimmen die Reihenfolge in welcher sie dran kommen, entscheiden wer welche Tätigkeit ausführen darf und geben den Anderen Arbeitsaufträge. Schüchterne Kinder lernen hier sich zu behaupten, dominante sich zurück zu nehmen. Es findet soziales Lernen statt.

Und zu guter letzt möchte ich noch auf den Partner Pferd eingehen. Dieser ist primär freundlich, sensibel und unterscheidet nicht in Hautfarbe, Nationalität oder Geschlecht. Es besticht durch seinen hohen Aufforderungscharakter und bietet vor allem Wärme und Geborgenheit.

Die Kinder machen die Erfahrung eines interessanten Wechselspieles, bei welchem sie zwei völlig unterschiedliche Rollen einnehmen. So können sich die Kinder beim Reiten fallen lassen und werden getragen wie ein Baby. Beim Führen und im Umgang wird jedoch eine andere Rolle von Ihnen verlangt. Hier müssen sie sich klar und selbstsicher zeigen um dem Fluchttier Pferd Sicherheit zu geben. Dies erfordert ein sich aufeinander einlassen und vor allem einen respektvollen Umgang mit diesem bezaubernden Lebewesen Pferd.