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Kindertherapie


  • Unterstützung des Kinderschutzbundes bei der Bereitstellung zusätzlicher Kindertherapieplätze („Kindertherapie-Patenschaften“)

Kinder, die in ihren Familien misshandelt, vernachlässigt oder sexuell missbraucht worden sind, weisen – gerade in schweren Fällen – oft gravierende Störungen auf, die manchmal ein Leben lang anhalten, wenn nicht rechtzeitig Hilfeangebote bereitgestellt werden können.

In Abhängigkeit vom kindlichen Gewalterleben haben diese Störungen unterschiedliche Aus-prägungen. Neben den körperlichen Schädigungen sind vor allem die psychischen Folgen ent-scheidend. Die überwiegende Mehrheit der misshandelten Kinder ist verängstigt, zurückgezo-gen und passiv, sie vermeiden, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, sind ungewöhnlich folgsam und versuchen, die Erwartungen der Eltern bzw. andere Erwachsener zu erfassen und ihnen gerecht zu werden. Eine kleinere Gruppe reagiert aber auch durch Überaggressivität, Hyperaktivität und Destruktivität.

Die langfristigen Folgen erlittener Gewalt bei Kindern sind Entwicklungsverzögerungen, Ver-haltensstörungen und ein gestörtes Selbstwertgefühl. Hierdurch wird auch das zukünftige Be-ziehungsverhalten misshandelter Kinder geprägt, häufig erfolgt eine „Weitergabe“ gewaltbe-stimmter Erziehungsformen in die nächste Generation.

Im Rahmen der Familienberatungsstelle des Kinderschutzbundes Köln bieten wir daher zu-sätzlich zur Beratung von Eltern und Familien auch spezifische kindertherapeutische Hilfe für misshandelte, vernachlässigte oder sexuelle missbrauchte Kinder an. Fünf FachkollegInnen (eine Psychologin, eine Ärztin, eine Heilpädagogin, ein Heilpädagoge und eine Sozialarbeite-rin, jeweils mit Zusatzausbildungen in Kindertherapie) können – mit aufgrund des engen fi-nanziellen Rahmens begrenzten Stundenkontingenten - zur Zeit insgesamt 15 Kinder regel-mäßig betreuen.

Die Kindertherapie bedient sich der klassischen Spieltherapie, aber auch neuer Methoden der Traumabehandlung. In den Räumen des Kinderschutzbundes in der Bonner Straße 151 steht uns ein Spielzimmer und ein Bewegungsraum zur Durchführung von Kindertherapien in einer Schutzzone für das Kind zur Verfügung. Spiel und Bewegung im Rahmen einer Kinderthera-pie ermöglichen dem Kind eine Verarbeitung der gemachten Erfahrungen. Störungen können hier im geschützten Raum bearbeitet, Defizite ausgeglichen werden, das Kind kann neues Vertrauen fassen und sein Beziehungsverhalten gegenüber anderen Menschen verändern.

Wesentlich sind natürlich auch die parallel laufenden Elternberatungen, die in unserer Famili-enberatungsstelle stattfinden. Dabei geht es nicht nur um den Umgang der Eltern mit den Problemen des Kindes, sondern insbesondere auch um die Unterstützung der Eltern bei der Entwicklung gewaltfreier Erziehungsmethoden.

In den letzten Jahren ist der Bedarf an kindertherapeutischen Hilfen in unserer Beratungsstelle deutlich gestiegen. Da es bei diesen Kindertherapien auch immer um häufige und längerfristi-ge Gespräche (in der Regel einmal wöchentlich für durchschnittlich ein Jahr) geht, ist es nicht möglich, allen Kindern zu helfen, die dringend Hilfe benötigen würden. Wir führen eine stän-dige Wartliste von dringenden Fällen, die leider vertröstet werden müssen, und die wir – auf-grund fehlender Angebote – auch nicht weiterverweisen können.

Daher haben wir vor einigen Jahren die sog. „Kindertherapie – Patenschaften“ ins Leben gerufen. Privatpersonen oder Firmen übernehmen hierbei durch eine Spende die Patenschaft für einen oder mehrere Therapieplätze für ein Jahr. Mit dieser finanziellen Unterstützung kön-nen wir dann zusätzliche Therapiestunden bezahlen und weiteren Kindern die dringend erfor-derliche Unterstützung durch eine Kindertherapie ermöglichen.



Kosten für einen Kindertherapieplatz pro Jahr:

Die Kosten für einen Kindertherapieplatz belaufen sich unter Einbeziehung der Honorarkosten (zur Zeit 20,45 EURO) bzw. der anfallenden Arbeitgeberkosten und eines geringen Sachkos-tenanteils auf:


150 EURO pro Monat, bzw. 1.800 EURO pro Jahr.