Hinter den Kulissen!
Die Gründe zur Aufnahme von Kindern in den Städt. Kinderheimen sind vielschichtig und oft kommen mehrere Gründe zusammen: Überlastung von Alleinerziehenden, unzureichende Versorgung, Verhaltensauffälligkeiten des Kindes, Schulschwierigkeiten, Krankheit der Eltern, Trennung, Ehe-konflikte. u.ä..
Die Aufnahme des Kindes ins Kinderheim erfolgt in der Regel mit Zustimmung der Eltern und soll immer eine Hilfe darstellen. Falls ein Vormundschaftsrichter die Rechte der Eltern eingeschränkt hat, ist auch eine Unterbringung gegen den Willen der Eltern möglich.
In jedem Fall ist das Jugendamt zu beteiligen.
Im Kinderheim leben jeweils bis zu 10 Kinder mit 4-5 Erzieherinnen und Erziehern in einer Gruppenwohnung auf dem Heimgelände oder in einem Haus innerhalb des Stadtgebietes. Das Erzieherteam ist für die umfassende Versorgung und Erziehung innerhalb des ganzen Jahres rund um die Uhr mit allen Festen und Ferien der Kinder verantwortlich. Hierfür stehen feste Geldbeträge zur Verfügung, die die Gruppen selbstverantwortlich verwalten.
In Gesprächen mit den Eltern, dem Jugendamt und ggf. den Lehrern wird in einem Hilfeplangespräch das Ziel der Heimunterbringung festgelegt. Das kann zunächst nur eine befristete Unterbringung sein, um eine Entlastung der Familie zu erreichen. Im anderen Fall könnte auch eine langfristig angelegte Unterbringung geplant werden, da für alle Beteiligten ein Zusammenleben nicht möglich erscheint. In jedem Fall erfolgt in regelmäßigen Zeitabständen eine Überprüfung, ob das angestrebte Ziel zu erreichen ist oder welche Faktoren verändert werden müssen.
In der Regel werden die Kinder zunächst in einer Aufnahmegruppe aufgenommen. Hier erfolgt eine Klärung der Situation und Planung der nächsten Schritte.
In den insgesamt 5 Wohngruppen leben die Kinder und Jugendlichen bis eine Rückführung ins Elternhaus oder eine andere Form der Unterbringung (z.B. Pflegefamilie) oder eine Verselbständigung bis zur Volljährigkeit möglich ist.
In die Tagesgruppe kommen Kinder nach der Schule, essen hier zu Mittag und erledigen mit Hilfe der Erzieherinnen ihre Hausaufgaben. Nach einem Freizeitprogramm fahren die Kinder abends wieder nach Hause. Dieses Angebot entlastet vor allem Eltern, die ihrem Kind nicht die notwendige Tagesstruktur geben können.
Einen Schritt weiter geht die 5-Tage-Gruppe. Hier kommen die Kinder montags nach der Schule in die Gruppe und werden bis freitags von dort betreut. Jedes Wochenende gehen diese Kinder in den elterlichen Haushalt.
Für sehr entwicklungsbeeinträchtigte Kinder gibt es die heilpädagogische Gruppe. Hier werden die Kinder von Heilpädagoginnen betreut und mit gezielten Programmen gefördert.
Säuglinge und Kleinkinder werden zunehmend in Familiärer Bereitschaftsbetreuung untergebracht. Das sind ausgesuchte und geprüfte Familien, die Kinder nur für einen begrenzten Zeitraum aufnehmen, um ihnen den Heimaufenthalt zu ersparen.
Für Kinder mit einem erhöhten pädagogischen Bedarf arbeiten wir mit Erziehungsstellen zusammen. Das sind fachlich ausgebildete Paare, die ein Kind für einen längeren Zeitraum bei sich aufnehmen.
Kinder die auf Dauer nicht ins Elternhaus zurück geführt werden können, werden nach Möglichkeit in Pflegefamilien vermittelt.
Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld, Bekleidung und Personal sind durch einen knapp kalkulierten Tagespflegesatz des Jugendamtes gedeckt. Für zusätzliche Freizeitaktionen und kindgemäße Ausstattungen sind wir auf Spenden angewiesen.
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